Allgemeines 
    
 

 

Ein Wochenende in der Oberlausitz 

 

 
  
 An dieser Stelle möchten wir Ihnen einen Vorschlag für ein erlebnisreiches Wochenende in unserer wunderbaren Region geben. Wenn Sie gut zu Fuß sind,  laden wir Sie zu einem Weg, der Sie vom Kloster Marienstern entlang des Klosterwassers über Schweinerden zur prähistorischen Ostroer Schanze über Ostro zurück nach Panschwitz führt. Falls Sie nur einen Tag bei uns verbringen möchten, empfehlen wir Ihnen den 1. Tag.

 

hier zur Wanderkarte

 

 
 

 1. Tag

Nachdem Sie am Ortsausgang von Panschwitz-Kuckau in Richtung Bautzen eine gute Parkmöglichkeit gefunden haben, gehen Sie ca. 100 m in Richtung Ortsmitte und betreten den Klosterhof durch das gut sichtbare Klostertor. Das Kloster selbst bietet mit Klosterkirche, Schatzkammer, Klosterladen und Klosterstube ausreichend, um sich einen Vormittag zu informieren oder innezuhalten. Die beste Form des  Kennenlernens klösterlichen Lebens ist allerdings der Besuch einer heiligen Messe in der Klosterkirche.

Informationen und Bilder zum Kloster

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wallfahrtskirche zu Rosenthal

 

 
 Falls Sie nur einen Tag Zeit eingeplant haben, empfehlen wir Ihnen für diesen Tag auch den Besuch des Umwelt- und Lehrgartens.

Am Nachmittag besuchen Sie den einigartigen Friedhof in Ralbitz und die Wallfahrtskirche in Rosenthal. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Friedhof Ralbitz

 
  2. Tag     
 Sie kennen jetzt das Kloster und gehen durch den Klosterhof in Richtung Umwelt und Lehrgarten. Über eine kleine Brücke queren Sie das Klosterwasser und halten sich dann links. Wenn Sie mögen, können Sie schon hier mittels eines Kneippbades Ihren Kreislauf in Schwung bringen. Folgen Sie dem Klosterwasser weiter. Für Kinder finden Sie schon nach weiteren 100 m einen kleinen Abenteuerspielplatz und Gelegenheit zur Rast. Dem Klosterwasser entlang durchqueren Sie nun die "Lippe" und gelangen nach ca. 1 km an eine Brücke, die Sie auf geraden Weg zum reizvollen Ort Schweinerden führt.  

Nach einem kleinen Rundgang durchs Dorf kehren Sie wieder zum Klosterwasser zurück. Dessen Flusslauf führt uns in Richtung Cannewitz. 

 Schweinerden wurde schon 1296 unter dem Namen Zwynern erwähnt und hat sich sein eigenes Ortsbild über die Jahrhunderte erhalten. Die Höfe gruppieren sich einem Hufeisen gleich um die Dorfmitte. Ringsherum reihen sich alte und in den den letzten Jahren rekonstruierte Fachwerkhäuser. Eine große rundbogige Toreinfahrt öffnet den Blick auf einen Vierseitenhof. Man findet  Stallgebäude, die durch eine Galerie mit Andreaskreuzen geprägt werden. Mittelpunkt des Dorfplatzes bildet der Dorfteich. Die auch als Rundweiler bezeichnete geschlossene Bauweise des Ortes ließ nur eine Zufahrt zum Dorf zu, eine bevorzugte Form der sorbischen Milzener. Meist lagen solche Siedlungen am Rande von feuchten Niederungen mit einer Wasserführung in der Nähe. So findet man auch in Schweinerden am unteren Dorfrand eine ehemalige Wassermühle.   
       
 Den Ort hindurch biegen Sie rechts ab (der Straße nicht nach Ostro folgen!) und nehmen nach ca. 60 m den kleinen Pfad auf der linken Seite, der Sie nun wieder ans Klosterwasser in Richtung Ostro führt. An schönen Wiesen und Feldern entlang erreichen Sie den Ortseingang von Ostro, biegen aber scharf links in Richtung Schanze ab , die sich gut sichtbar östlich erhebt. Dabei queren Sie die Ostroer Brücke und befinden uns somit auf der "semita Pribizlai"   "semita Pribizlai", der wahrscheinlich älteste Höhenweg der Oberlausitz verband  die Bischofsitze Meißen und Bautzen. Stellenweise gepflastert führte als Fußweg vorbei am Keulenberg. Von der einstigen Bedeutung zeugen heute noch die königlich-sächsischen Initiale "AR" vom Jahre 1736 im Schlussstein der alten Brücke.  

  

 
  

 

  

 

 
 

Die Ostroer Schanze bietet einen wunderbaren Platz für ein Picknick und lädt zum Verweilen und Träumen von vergangenen Zeiten ein.  Vielleicht drucken Sie die beigefügten Informationen aus und lesen Sie Ihren Begleitern während einer Rast vor.

 

Nach den ersten Siedlern  benannte man das fruchtbar Land zwischen Kamenz und Löbau zuerst auch "Milzane". Die Milzener waren ein scheinbar recht friedliches, aber durchaus vorsichtiges Volk, denn sie wurden viele Jahrhunderte nicht durch Kriege aufgerieben. So sieht man heute noch Erhebungen, die noch heute durch ihre Namensgebung als "Schanze" erkennbar sind (Ostroer Schanze, Panschwitzer Schanze, Prietitzer Schanze, Kopschiner Schanze). Noch heute ist deren militärische Funktion erkennbar, den zumeist war der Zugang aus östlicher Richtung, Schild in der rechten Hand tragend.

 

 

 
       
  

Nach diesem prähistorischen Exkurs verlassen wir die Schanze und wandern in Richtung Ostro. Von hier aus führt uns ein gut befestigter Feldweg zurück in Richtung Panschwitzer Kloster, das uns schon aus der Ferne begrüßt. Am Kloster angelangt, lohnt nochmals ein Fußbad nach Kneipp im Klosterwasser. 

 

Die Ostroer Schanze liegt  256 m über dem Meeresspiegel und heißt auf sorbisch "Kopcy". Sie war v.a. eine wehrhafte Fluchtburg. Überdauert haben einzig die mächtigen Erdwälle, die bis zu 15  m aufragten.  das Klosterwasser umfließt ca. 3/4 der gesamten Anlage, Felswände fallen bis zu 45 m steil ab. Der Hauptwall hat eine Länge von 450 Schritten. Vor 2.500 Jahren legte die hallstattzeitliche Billendorfer Kultur eine umwallte befestigte Anlage an und war so für die Umgebung von überragender Bedeutung.  Um 600 n. Chr. siedelten sorbische Milzener mehr oder weniger als Folge des Zerfalls des Römischen Reiches östlich der Elbe. Vor ca. 1000 Jahren errichteten die sesshaft gewordenen sorbischen Milzener über dem verfallenen Wall der Hallstattzeit einen Palisadenzaun aus Holzpfählen und Weidengeflecht mit Verhauen und Gestrüpp davor.   Später erfolgte noch der Aushub eines tieferen Grabens und eines hohen Zwischenwalls. Auf der höchsten Stelle errichteten schließlich die Deutschen eine turmartige Befestigung, die wahrscheinlich im 12./13. Jahrhundert entstand.  Um 1300 war dann die Machtfrage scheinbar geklärt. Die Anlage verlor ihre strategische Bedeutung. ".... de monte circa villam Ostrow.." - von dem Berge bei dem Dorf Ostro wird schon 1380 nur noch berichtet.  

 

 
       
    via regia

Ein Teilstück der „Königsstraße“ zwischen Königsbrück, Kamenz, Bautzen und Görlitz verlief auch durch Schweinerden und Panschwitz. Sie war eine der gebräuchlichsten Verbindungen im, heute würde man „Ost-West-Handel“ sagen, zwischen Rus und Rhein.

Die Verbindung wurde schon im Jahre 1241 als “antiqua strata“ bezeichnet, was auf eine längere Vorgeschichte der Königsstraße schließen lässt. Bei einer täglichen Reisegeschwindigkeit der Pferdefuhrwerke von durchschnittlich 25 Kilometern kann man sich vorstellen, dass es eine menge Ausspannen und Herbergen gegeben haben muss, mit einer Bedeutung,, wie heute vielleicht Tankstellen besitzen.

In Panschwitz gab es extra Ochsengespanne, die den Fuhrwerken beim steilen Anstieg gen Bautzen halfen. Schweinerden selbst war damals bekannt und beliebt für seinen Straßengasthof (Gewölbe 1333), der bis vor wenigen Jahren noch als Altenheim diente.

1694 wurde zwischen Leipzig und Breslau eine Reit- und Fahrpost eingerichtet. Damit gewann auch die Ausspanne Schweinerden an Bedeutung. 1713 wurde so eine Posthalterei eingerichtet, die 1774 nach Kamenz verlegt wurde.

Erst 1842-44 entstand die gradlinige Verbindung von Bautzen nach Kamenz über Schweinerden vorbei. Die alte Straßenführung aber ist auch heute noch erkennbar.    

 

 
 
  

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